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Andreas Knapp: Atlas der unbegangenen Wege

Dr. Andreas Knapp – „Altlas der unbegangenen Wege“

Melanie Wolfers und Andreas Knapp, die Autoren des Buches „Atlas der unbegangenen Wege“ haben in ihrem Leben große Umbrüche erlebt, verbinden eigene Erfahrungen mit grundsätzlichen Überlegungen und Fragen zur Selbstreflexion. Sie geben uns eine innere Landkarte an die Hand, um besser durch Umbruchzeiten des Lebens navigieren zu können.

Andreas Knapp, Jahrgang 1958, wurde 1983 nach seinem Theologiestudium in Freiburg und Rom zum Priester geweiht, anschließend folgte die Promotion. Ab 1988 war er Studentenpfarrer in Freiburg, 1993 berief ihn der Erzbischof von Freiburg zum Direktor des Theologenkonvikts Collegium Borromaeum – zu einem der verantwortlichen Theologen für die Priesterausbildung des Erzbistums. Im Jahr 2000 nahm Andreas Knapp Abschied von der kirchlichen Karriere und schloss sich den "Kleinen Brüdern vom Evangelium" PFE an.

Zunächst ging es nach Frankreich, wo der Orden, der sich den Ärmsten der Armen verpflichtet weiß, zu Hause ist. Von 2002 bis 2005 lebte Andreas Knapp im bolivianischen Hochland, wo er mit drei Mitbrüdern eine Joghurt-Produktion betrieb, deren Erzeugnisse sie auf dem Großmarkt verkauften. Heute lebt Andreas Knapp mit drei seiner Brüder in einem Plattenbau in Leipzig-Grünau, arbeitete zehn Jahre als Packer am Fließband.

Inzwischen ist er Gefängnisseelsorger und nutzt die wenige freie Zeit zum Schreiben. Er hat mehrere Bände mit geistlichen Gedichten veröffentlicht und gilt als einer der reifsten spirituellen Lyriker Deutschlands.

Ralf-Uwe Beck: Souverän – Plädoyer für mehr direkte Demokratie

Ralf-Uwe Beck: Souverän – Plädoyer für mehr direkte Demokratie

Ralf-Uwe Beck verbindet in seinem Vortrag „Souverän – Plädoyer für mehr direkte Demokratie“ auf der Basis des gleichnamigen Buches persönliche Erfahrungen mit politischer Analyse. Ausgehend von der friedlichen Revolution 1989 und der enttäuschten Hoffnung auf verbindliche Mitbestimmung schildert er mit großer Sachkenntnis das Potenzial der direkten Demokratie in Kommunen und Ländern und markiert ihr Fehlen auf Bundesebene als zentrale Demokratie-Baustelle. Beck benennt parteipolitische Blockaden und räumt mit Vorbehalten auf.

Er plädiert für Volksentscheide als notwendige Ergänzung des Parlamentarismus und als „Frustschutzmittel“ gegen autoritäre Populisten. Ralf-Uwe Beck ist Theologe, Bürgerrechtler und Autor. Er entstammt der subversiven DDR-Umweltbewegung und war nach der Wiedervereinigung zehn Jahre stellvertretender Bundesvorsitzender des BUND. Seit 25 Jahren engagiert er sich für Demokratie, setzt sich für ein modernes Wahlrecht und direkte Demokratie ein. Er ist Vorstandssprecher von „Mehr Demokratie e.V.“

Veranstaltung des Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte Kirchheim u. Teck in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk im Landkreis Esslingen, der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Esslingen und Mehr Demokratie e.V.

 

Film: Sieben Winter in Teheran

 

Film: Sieben Winter in Teheran

Weltweit findet am 30. November die Aktion „Cities for Life – Städte gegen die Todesstrafe“ statt. Wie in den vergangenen Jahren wird sich die Kirchheimer Gruppe von Amnesty International zusammen mit der Stadt Kirchheim, der Evangelischen Kirchengemeinde Kirchheim, dem Bündnis für Demokratie und Menschenrechte Kirchheim und weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen dieser Aktion anschließen. Am Montag, 30. November 2026 von 17.00 bis 21.00 Uhr wird die Martinskirche in Kirchheim angestrahlt. Im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung zeigt das Kommunale Kino Kirchheim am Sonntag, 29. November um 17.00 Uhr den Film „Sieben Winter in Teheran“. Er erzählt von Kampf und Leiden der zum Tode verurteilten Iranerin Reyhaneh Jabbari.

Eintrittskarten gibt es hier.

Sieben Winter in Teheran – der Inhalt

Die Architekturstudentin Reyhaneh Jabbari wurde im Alter von 19 im Juli 2007 verhaftet und eineinhalb Jahre später zum Tode verurteilt. Angeklagt wurde sie, weil sie sich gegen ihren Vergewaltiger, einen angesehenen Chirurgen, zur Wehr setzte. Dieser hatte die als Inneneinrichterin jobbende junge Frau in seine Praxisräume gelockt und war auf sie losgegangen. Sie sah ein Küchenmesser auf dem Tisch liegen und stach zu. Weil Reyhaneh die Vergewaltigungsanschuldigungen nicht zurücknahm, nutzte dessen Familie das „Recht auf Blutrache“ und sorgte dafür, dass sie 2014 mit 26 Jahren gehängt wurde.

Regisseurin Steffi Niederzoll drehte diesen Film mit Unterstützung der Familie von Reyhaneh Jabbari – Mutter und Schwestern leben inzwischen im deutschen Exil, der Vater ohne Ausreisegenehmigung immer noch in Teheran. Aus Telefonaten, Briefen und Tagebüchern spricht Reyhaneh, die Bilder wurden teils heimlich von der Familie während ihrer Haft aufgenommen: Bilder, Erzähltes ergeben ein erdrückendes Porträt des Gewaltapparates im Iran. Ein Richterwechsel während des Prozesses sorgte dafür, dass Reyhanehs Chancen gleich zu Beginn schlecht stehen. Der Film thematisiert Aufenthalte im berüchtigten Evin-Gefängnis und Geschichten über Folter während der Haft mit Peitschenhieben und Schlafentzug.