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Oktober 2026

Nation - Freiheit - Familie - Demokratie - Widerstand: Wie die Neue Rechte diese Begriffe für ihre Zwecke nutzt

Nation - Freiheit - Familie - Demokratie - Widerstand: Wie die Neue Rechte diese Begriffe für ihre Zwecke nutzt – Vortrag/Diskussion mit der Hamburger Historikerin und Autorin Ruth Hoffmann

Die Zukunft gewinnt, wer „die Erinnerung füllt, die Begriffe prägt und die Vergangenheit deutet“. Diese Aussage des konservativen Historikers Michael Stürmer aus dem Jahr 1983 haben rechte Populisten verinnerlicht und im Lauf der Zeit perfektioniert. Nation, Freiheit, Familie, Demokratie und Widerstand sind Begriffe unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft - aufgeladen mit Emotionen und Symbolik aus 200 Jahren deutscher Geschichte. Alle fünf wurden und werden fortwährend durch rechte Populistinnen und Populisten umgedeutet und dienen nun als Vehikel für deren ausgrenzende Botschaften.

Die Hamburger Historikerin und Publizistin Ruth Hoffmann stellt diese Strategie am Dienstag, 6. Oktober 2026 um 19.00 Uhr im Albert-Knapp-Saal (Widerholtplatz, 73230 Kirchheim) vor.

Grundlage ihres Vortrags ist ihr neues Buch (2026) „Raubzug von rechts – Wie die Rechte unsere Begriffe kapert und für ihre Zwecke missbraucht“. Hoffmann hat recherchiert, wie die Neue Rechte und die AfD durch die Besetzung und Umdeutung der Begriffe „Nation“, „Freiheit“, „Familie“, „Demokratie“ und „Widerstand“ ihre Agenda legitimieren und propagieren. Sie stellen willkürliche Bezüge her, klammern aus, was ihnen nicht passt, machen sich die Symbolkraft historischer Orte zu eigen und besetzen Gedenktraditionen, um sich als deren Erben auszugeben. Ruth Hoffmann seziert diese Methoden rechter Aneignung und erklärt, welche Geschichten und Menschen in Wirklichkeit hinter den gekaperten Begriffen stehen. Sie plädiert dafür, dass wir als Demokratinnen und Demokraten diese Begriffe verteidigen.

Träger der Veranstaltung sind das Bündnis für Demokratie und Menschenrechte Kirchheim u. Teck, der DGB Esslingen, Göppingen, die GEW Esslingen-Nürtingen, das Evangelische Bildungswerk Landkreis Esslingen, die Katholische Erwachsenenbildung Landkreis Esslingen und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg.

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Andreas Knapp: Atlas der unbegangenen Wege

Dr. Andreas Knapp – „Altlas der unbegangenen Wege“

Melanie Wolfers und Andreas Knapp, die Autoren des Buches „Atlas der unbegangenen Wege“ haben in ihrem Leben große Umbrüche erlebt, verbinden eigene Erfahrungen mit grundsätzlichen Überlegungen und Fragen zur Selbstreflexion. Sie geben uns eine innere Landkarte an die Hand, um besser durch Umbruchzeiten des Lebens navigieren zu können.

Andreas Knapp, Jahrgang 1958, wurde 1983 nach seinem Theologiestudium in Freiburg und Rom zum Priester geweiht, anschließend folgte die Promotion. Ab 1988 war er Studentenpfarrer in Freiburg, 1993 berief ihn der Erzbischof von Freiburg zum Direktor des Theologenkonvikts Collegium Borromaeum – zu einem der verantwortlichen Theologen für die Priesterausbildung des Erzbistums. Im Jahr 2000 nahm Andreas Knapp Abschied von der kirchlichen Karriere und schloss sich den "Kleinen Brüdern vom Evangelium" PFE an.

Zunächst ging es nach Frankreich, wo der Orden, der sich den Ärmsten der Armen verpflichtet weiß, zu Hause ist. Von 2002 bis 2005 lebte Andreas Knapp im bolivianischen Hochland, wo er mit drei Mitbrüdern eine Joghurt-Produktion betrieb, deren Erzeugnisse sie auf dem Großmarkt verkauften. Heute lebt Andreas Knapp mit drei seiner Brüder in einem Plattenbau in Leipzig-Grünau, arbeitete zehn Jahre als Packer am Fließband.

Inzwischen ist er Gefängnisseelsorger und nutzt die wenige freie Zeit zum Schreiben. Er hat mehrere Bände mit geistlichen Gedichten veröffentlicht und gilt als einer der reifsten spirituellen Lyriker Deutschlands.

Ralf-Uwe Beck: Souverän – Plädoyer für mehr direkte Demokratie

Ralf-Uwe Beck: Souverän – Plädoyer für mehr direkte Demokratie

Ralf-Uwe Beck verbindet in seinem Vortrag „Souverän – Plädoyer für mehr direkte Demokratie“ auf der Basis des gleichnamigen Buches persönliche Erfahrungen mit politischer Analyse. Ausgehend von der friedlichen Revolution 1989 und der enttäuschten Hoffnung auf verbindliche Mitbestimmung schildert er mit großer Sachkenntnis das Potenzial der direkten Demokratie in Kommunen und Ländern und markiert ihr Fehlen auf Bundesebene als zentrale Demokratie-Baustelle. Beck benennt parteipolitische Blockaden und räumt mit Vorbehalten auf.

Er plädiert für Volksentscheide als notwendige Ergänzung des Parlamentarismus und als „Frustschutzmittel“ gegen autoritäre Populisten. Ralf-Uwe Beck ist Theologe, Bürgerrechtler und Autor. Er entstammt der subversiven DDR-Umweltbewegung und war nach der Wiedervereinigung zehn Jahre stellvertretender Bundesvorsitzender des BUND. Seit 25 Jahren engagiert er sich für Demokratie, setzt sich für ein modernes Wahlrecht und direkte Demokratie ein. Er ist Vorstandssprecher von „Mehr Demokratie e.V.“

Veranstaltung des Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte Kirchheim u. Teck in Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk im Landkreis Esslingen, der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Esslingen und Mehr Demokratie e.V.