Was tun gegen Rechtsextremismus? Ansätze, Akteure und Perspektiven

Ort: Christuskirche

Was tun gegen Rechtsextremismus? Ansätze, Akteure, Perspektiven.

Prof. Dr. Léonie de Jonge (Universität Tübingen) hält am Donnerstag, 29. Januar um 19.00 Uhr in der Christuskirche (Hindenburgstr. 46) einen Vortrag mit dem Titel „Was tun gegen Rechtsextremismus? Ansätze, Akteure und Perspektiven.“

Ausgangspunkt der Veranstaltung, ist die herausfordernde Lage, in der sich die Demokratie in Deutschland, Europa, den Vereinigten Staaten und vielen anderen Ländern der Welt befindet. Vielfach-Krisen und die weltweite Zunahme autoritärer Politikmodelle untergraben die mühsamen Prozesse demokratischer Kompromiss- und Konsensfindung.

Seriöse wissenschaftliche Untersuchungen sind besorgniserregend: In einer Langzeituntersuchung vom Dezember 2018 bis zum Dezember 2023 kommt das Forschungsinstitut pollytix zur Feststellung, dass fast die Hälft der wahlberechtigten Bevölkerung der Politik in der nicht zutraut, die Probleme der Zukunft zu bewältigen. Mehr als ein Drittel ist der Ansicht, dass das demokratische System in Deutschland nicht gut funktioniert. Laut der seriösen Mitte-Studie 2022/23 hatte nur noch gut die Hälfte der Bevölkerung Vertrauen in das Funktionieren der Demokratie. Die Jugendstudie 2025 der TUI-Stifung besagt u.a., dass rund ein Viertel der Bevölkerung – besonders jüngere Menschen – die Demokratie nicht mehr für die beste Staatsform hält.

Die Sehnsucht nach einfachen hierarchischen Macht- und Entscheidungsstrukturen verstärkt die Anziehungskraft rechtspopulistischer und -extremer Politikangebote. Diese greifen reale, ungelöste und drückende politische Probleme auf, reduzieren komplexe Ursachen auf ein Freund-Feind-Schema und präsentieren vermeintlich einfache Lösungen. Mit gezielter Dramatisierung und Emotionalisierung schüren sie ein Gefühl akuter Bedrohung. In Teilen der jüngeren Bevölkerung ist „rechtsextrem“ wieder „angesagt“. Triggerthemen wie Migration, Gender, Klimaschutz oder sexuelle Vielfalt werden von Rechtsaußen erfolgreich mit Emotionen wie Hass, Wut und Angst besetzt. Vor allem durch ihre Präsenz auf Plattformen wie Instagram und TikTok sprechen rechte Akteure junge Zielgruppen sehr erfolgreich an.  

Die Aktiven im Kirchheimer Bündnis für Demokratie und Menschenrechte wollen mit der Veranstaltung „Was tun gegen Rechtsextremismus? Ansätze, Akteure und Perspektiven.“ in dieser herausfordernden Lage mehr Klarheit, Orientierung und Optimismus erzeugen.

 


Prof. Dr. Léonie de Jonge hat zum 1. Januar 2025 die politikwissenschaftliche Professur für Rechtsextremismusforschung mit dem Schwerpunkt „Politische Akteure und Ideologien“ angetreten. Sie beschäftigt sich u.a  mit  rechtsextremen Akteuren ( insbesondere politischen Parteien, Organisationen und Netzwerken),  rechtsextremen Weltanschauungen und der Förderung einer resilienten Demokratie.

Weitere Informationen zu Leonie de Jonge  und zu den Vorträgen des Studium Generale an der Universität Tübingen im Wintersemester 2025/26 zum Thema "Die Extreme Rechte auf dem Vormarsch ..."