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März 2026

Reformrabbiner Jeremy Milgrom online: Zukunft für Israelis und Palästinenser

Jeremy Milgrom online: Zukunft für Israelis und Palästinenser

Die für Freitag, 13. März geplante Veranstaltung in Kirchheim „Frieden und Gerechtigkeit im Nahen Osten – Zukunft für Israelis und Palästinenser in Würde und Sicherheit“ mit dem israelische Reformrabbiner und Friedensaktivist Jeremy Milgrom muss wegen der Sperrung des Luftraums über Israel ins Internet verlegt werden.

Am Donnerstag, 12. März 2026 um 19.00 Uhr hält Milgrom in Tel Aviv in englischer Sprache seinen Vortrag mit anschließendem Chat-Austausch. Wer den ZOOM-Link und weitere Informationen erhalten möchte, wende sich per Mail an hans_doerr@gmx.de .

Jeremy Milgrom wird die Lage in Israel und Palästina und die Veränderungen nach der Wahl der jetzigen überwiegend rechtsorientierten Regierung und dem Krieg in Gaza erläutern. Aus rabbinischer Sicht wird er die Werte der jüdischen Religion aus Thora (Bibel) und den Midraschim (Schriftauslegung) aufzeigen, die allen Menschen gleichermaßen gelten. Ihn trägt die Vision von einem Land, in dem beide Völker miteinander auf Augenhöhe verhandeln und leben, gleiche Rechte haben und einander in Achtung und Respekt begegnen. Wie dies erreicht werden kann, ist die große offene Frage. Die Überzeugungen und das Engagement von Menschenrechtsorganisationen, wie den Rabbinern für Menschenrechte und von clergy for peace können dazu Wege weisen.

Jeremy Milgrom lebt zwischen Jerusalem und Tel Aviv. Er ist Mitbegründer der Rabbis for Human Rights (1988) und Mitglied bei Clergy for Peace („Geistliche für den Frieden“). Milgrom wurde in den Vereinigten Staaten geboren, studierte am Jewish Theological Seminary in New York und zog 1968 im Alter von 15 Jahren nach Jerusalem. In den 1970er Jahren diente er in der israelischen Armee, unter anderem im Jom-Kippur-Krieg 1973, in dem er seinen besten Freund verlor. Veranstalter des Vortrags mit anschließendem Gespräch ist die Friedensinitiative Kirchheim u. Teck

 

Eventliste

Kirchheimer Gespräche: Frieden – ja bitte! Aber wie?

Kirchheimer Gespräche: Frieden – ja bitte! Aber wie?

Für MdB Dr. Nils Schmid - Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium - steht fest: „Sicherheit entsteht nicht ohne militärische Stärke. Eine gut ausgestattete Bundeswehr, die im Rahmen internationaler Bündnisse handlungsfähig ist, ist die Grundlage für eine glaubwürdige Friedenspolitik. Rüstung und Diplomatie sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten einer verantwortungsvollen Außenpolitik.“ Demgegenüber vertrit Stefan Schwarzer - Pfarrer, Friedensbeauftragter der Evang. Landeskirche in Württemberg - eine kritische friedensethische Perspektive und wird mit Dr. Nils Schmid am Donnerstag, 30 April 2026 um 19.30 Uhr in der Evangelischen Auferstehungskirche, Schöllkopfstraße/Zeppelinstraße, Kirchheim/Teck darüber diskutieren.

Veranstalter: Evangelisches Bildungswerk im Landkreis Esslingen, Stuttgarter Straße 91, 72622 Nürtingen, info@ebiwes.de und Evangelische Stadtkirchengemeinde Kirchheim/Teck

Ausstellungseröffnung "Kein Land in Sicht - 10 Jahre zivile Seenotrettung"

Ausstellungseröffnung "Kein Land in Sicht - 10 Jahre zivile Seenotrettung"

Am Montag, 4. Mai 2026 um 18.00 Uhr wird im Kirchheimer Rathaus (Großer Sitzungssaal) die Fotoausstellung "Keine Land in Sicht - 10 Jahre zivile Seenotrettung" eröffnet. Nach einer Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader wird der Fotograph und Journalist aus seinem gleichnamigen Buch "Kein Land in Sicht - 10 Jahre zivile Seenotrettung" lesen. Anschließend laden die Veranstalter - ein Projektbündnis aus AK Asyl, Amnesty International, Bündnis für Demokratie und Menschenrechte Kirchheim u. Teck, CHAI Zentrum für Menschen mit Migrationsvorsprung – Schwerpunkt Flucht in Kirchheim unter Teck, Diakonie, DGB - zu einem Gang durch die Ausstellung mit Chris Grodotzki und einem kleinen Imbiss ein.

Informationen zur Ausstellung und zum Buch von Chris Grodotzki

Anfang des Sommers 2015, der als »Langer Sommer der Migration« in die Geschichte eingehen sollte, stach eine Gruppe von von Aktivisten und Aktivistinnen aus Deutschland von der Insel Lampedusa aus in See.

Sie hatten einen 100 Jahre alten Fischkutter zu einem provisorischen Rettungsboot umgebaut, um Flüchtenden und Migrantinnen und Migranten an der tödlichsten Grenze der Welt zu Hilfe zu eilen.

Sea-Watch nannten sie ihr Boot und ihre Organisation. Anfangs von vielen belächelt, sollten sie bald beweisen, dass man weder eine staatlich geführte Küstenwache noch eine global agierende, finanzstarke NGO sein muss, um auf See Leben zu retten. Eineinhalb Jahre später kreuzten zwischen Libyen, Italien und Malta dreizehn zivile Rettungsschiffe und unterstützten über 46.000 Menschen auf ihrer lebensgefährlichen Reise nach Europa.

Im Jahr 2019 konfrontierte diese zivile Flotte den rechtsradikalen italienischen Innenminister Matteo Salvini, der »seine« Häfen für Geflüchtete geschlossen hatte. Sea-Watch stand erneut an vorderster Front dieser ideologischen Seeschlacht und wurde weltweit bekannt, als Kapitänin Carola Rackete nach einem zweiwöchigen Stand-Off im Sommer 2019 trotz Salvinis Hafenblockade in Lampedusa einlief.

Seitdem hat sich die politische Situation für Migrantinnen und Migranten und Solidaritätsarbeiter weiter verschlechtert: Die Europäische Union hat in Libyen ein Haftsystem für Flüchtende eingerichtet und führt einen Verwaltungskrieg gegen Seenotretter.

 Der Fotograf und Journalist Chris Grodotzki hat die zivile Seenotrettung seit 2015 begleitet. Nachdem er jahrelang für namenhafte Medien über Umweltkonflikte und das europäische Grenzregime berichtet hatte, schloss er sich Sea-Watch an, wurde Medienkoordinator, Organisationssprecher, Seefahrer und zuletzt Einsatzleiter an Bord der Sea-Watch 5. Nach seinem Abschied aus dem aktiven Dienst, 2022, veröffentlichte er 2025 die erste Chronik der Bewegung: »Kein Land in Sicht« (Mandelbaum, 2025).

Die gleichnamige Fotoausstellung, die erstmalig im DGB-Haus Stuttgart zu sehen war, blickt ebenfalls aus einer teilnehmenden Perspektive zurück auf 10 Jahre zivile Seenotrettung im zentralen Mittelmeer: auf Schiffe mit klingenden Namen – Sea-Watch 3, Mare Jonio, Lifeline & Iuventa – die nicht nur Menschen Zuflucht boten, sondern auch der Utopie universeller Bewegungsfreiheit; auf hunderttausende menschliche Begegnungen auf hoher See, Überlebenskämpfe und Freudentaumel, Freundschaft, Trauer und Wut.